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Wissenswertes über Erkrankungen

Auch wenn der Australian Shepherd im Allgemeinen eine gesunde Rasse ist, sind ihm Erbkrankheiten nicht fremd. Das Vorkommen dieser Erkrankungen hat während der letzten  20 Jahre zugenommen. In Dr. George Pagetts aktuellem Buch "Control of Canine Genetic Diseases" werden für den Aussie mehr als 40 verschiedene Krankheiten aufgeführt, die in der Literatur erwähnt werden. Das ist gar nicht so schlecht, wie es sich anhört, in Anbetracht der Tatsache, dass mehrere davon sehr selten sind. Trotzdem sollten diese grob 40 aufgelisteten Krankheiten als Warnung dienen. Es braucht nur einen populären Deckrüden um den Einzelfall von heute zum genetischen Albtraum von morgen werden zu lassen.

Um gut geplante Verpaarungen durchführen zu können, müssen Züchter wissen, welche Krankheiten die Gesundheit am stärksten beeinträchtigen und welche Krankheits-Gene die höchste Häufigkeit innerhalb der Population aufweisen. Klinisch erkrankte Hunde sind nur  die Spitze des Eisberges einer Erbkrankheit. Manche Krankheiten, wie z.B. Katarakte und Epilepsie, können erst spät ausbrechen; der Status eines Hundes wird möglicherweise nicht erkannt bis er mehrere Jahre alt ist. Andere, wie Autoimmunerkrankungen haben eine  erbliche Komponente, trotzdem werden nicht alle, die das Gen tragen, auch erkranken. In Abhängigkeit von der Art der Vererbung wird es einen bestimmten Prozentsatz von Trägern geben - normale Hunde, die niemals Anzeichen einer Erkrankung aufweisen werden, die aber betroffene Nachkommen hervor bringen. Es ist schwierig bis unmöglich, die genauen Prozentsätze von Träger zu betroffenen Individuen für eine bestimmte Krankheit oder einen Defekt zu bestimmen aufgrund folgender Faktoren oder deren Kombination:

1. Komplizierte oder unbekannte Art der Vererbung
2. keine Tests, um Träger zu bestimmen
3. Keine offiziellen Berichterstatter oder Registrierungsstelle für Krankheiten
4. Verfälschte Statistiken aufgrund einer geringen Anzahl von Daten oder des nicht Meldens von erkrankten Individuen
5. Halter, die die Züchter nicht informieren und Züchter, die vertuschen oder abstreiten.

Häufige Probleme:
Hüftdysplasie und Augenkrankheiten werden schon seit langem als die häufigsten Probleme beim Australian Shepherd angesehen. HD und die zwei häufigsten Augendefekte (Katarakt  und Iriskolobom) sind berechtigterweise so klassifiziert, ebenso wie ein paar wenige andere Krankheiten und Defekte.

(1) Katarakte sind eindeutig die am weitesten verbreiteten der verschiedenen Augenkrankheiten der Rasse. Nicht alle Katarakte sind erblich und deshalb ist es wichtig, dass der Hund von einem qualifizierten Tierarzt untersucht wird, der auf Augenkrankheiten spezialisiert ist. Jeder Katarakt, der sich auf der hinteren Linsenrinde oder unterhalb der Linsenrinde befindet, sollte als hochverdächtig angesehen werden. Hat der Hund einen bilateralen (d.h. auf beiden Augen) Katarakt in diesen Bereichen, die mit der Zeit, wenn  auch langsam, fortschreiten, sollten sie als erblich betrachtet werden. Manch andere Typen sind möglicherweise auch erblich, aber sie werden nicht so häufig beobachtet. Die meisten betroffenen Aussies weisen in einem Alter von 2-3 Jahren die ersten Anzeichen auf. Allerdings können erbliche Katarakte schon in einem Alter von 1 Jahr oder erst mit 7 oder 8 Jahren auftreten. Es ist wichtig, seinen Hund jährlich von einem Augenspezialisten untersuchen zu lassen, so dass Katarakte so früh wie möglich entdeckt werden. Die Ergebnisse sollten bei CERF hinterlegt werden.

(2) Zahnfehler (Fehlstellung der Gebisses und fehlende Zähne) kommen nach Katarakten an zweiter Stelle. Glücklicherweise haben sie bei den meisten Hunden keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesundheit, aber sie stellen einen schweren Fehler des Körperbaus dar und sollten nicht übersehen werden. Einst selten, sind fehlende Zähne nun in manchen Linien  häufig und zwar größtenteils deshalb, weil dies oft als unwichtig abgetan wurde. Gebissfehler - Überbiss, Unterbiss oder Schiefmaul - begegnen den meisten langjährigen Züchtern irgendwann einmal. Die Vererbung all dieser Fehler erfolgt wahrscheinlich polygen, was dazu führt, dass sie nur schwer auszuzüchten sind und mit hoher Wahrscheinlichkeit schlimmer werden, wenn man weiterhin gleichgültig dem gegenüber bleibt. Da man keine Spezialuntersuchung braucht, um sie zu entdecken, sollte jeder Züchter genaue Aufzeichnungen über den Zahnstatus eines jeden seiner Hunde und deren Verwandten führen, ehe sie in der Zucht eingesetzt werden.

(3) Autoimmunerkrankungen. Diese Klasse von Krankheiten sind in den letzten Jahrzehnten beim Aussie wie aus dem Nichts aufgetaucht. Sie werden als eine Gruppe betrachtet, weil Individuen, die an einer davon leiden, möglicherweise weitere entwickeln und weil es nicht ungewöhnlich ist, dass unterschiedliche Autoimmunerkrankungen in einer einzelnen Verwandtschaftsgruppe vorkommen. Die, die beim Aussie am häufigsten vorkommen sind Thyroiditis, Lupus (discoides und erythematodes) und generalisierte Demodikose. Es gibt genetische Veranlagungen für diese Erkrankungen, aber der tatsächliche Ausbruch wird  durch Umweltfaktoren ausgelöst.

(4) Hüftdysplasie wurde erstmals in den frühen 1970ern beim Aussie festgestellt. Trotz der Tatsache, dass viele Züchter schon seit Generationen darauf untersuchen lassen, bleibt sie aufgrund ihrer komplexen Vererbung (polygen mit Beeinflussung durch Umweltfaktoren) ein regelmäßig beobachtetes Problem. Die meisten schweren Fälle sind stark beeinträchtigend und schmerzhaft. Da sowohl Routineuntersuchungen als auch zentrale Auswertestellen verfügbar sind, sollten alle Aussies, die für die Zucht vorgesehen sind, untersucht und die Ergebnisse zur Auswertung eingeschickt werden, unabhängig davon, ob die Hüften in Ordnung sind oder nicht. In Linien, in denen HD häufig vorkommt, vermittelt die Untersuchung auch von Tieren, die nicht in die Zucht gehen, ein besseres Bild davon, welche Zuchttiere stärker mit HD-Genen belastet sind.

(5) Epilepsie ist wahrscheinlich die erschreckendste Krankheit, der ein Aussie-Züchter oder Halter unter Umständen begegnet. Einst selten, häufen sich Berichte von daran erkrankten Hunden mehr und mehr. Zur Zeit gibt es keinen Test für diese Krankheit, die üblicherweise im Alter von 1,5 bis 3 Jahren auftritt, aber auch früher oder später vorkommen kann. Der jüngste gesicherte Fall primärer (erblicher oder idiomatischer) Epilepsie, die der Autorin bekannt ist, war 8 Monate alt. Da Krampfanfälle aus  verschiedenen Gründen auftreten können, ist es absolut notwendig, dass jeder Hund mit Krampfanfällen sorgfältig von einem Veterinär untersucht und getestet wird. Primäre Epilepsie verursacht während des gesamten Lebens des Hundes sich wiederholende Anfälle. Unbehandelt werden sie meist häufiger und/oder schwerer. Manche erkrankte Hunde werden zumindest für eine Weile durch Medikamente am Leben erhalten, andere sterben. Die zunehmende Häufigkeit dieser Krankheit wird durch die Leute verstärkt, die sich weigern zu akzeptieren, dass sie vererbt wird, oder die über ihr Vorhandensein hinwegtäuschen.

(6) Iriskolobom ist der am zweithäufigsten beobachtete Augendefekt. Betroffene Hunde werden mit einer Iris geboren, der ein Stück fehlt. Diese Erkrankung kommt meist einseitig vor und fast immer sind Merles betroffen. Er war einst ziemlich selten, wurde aber weit verbreitet durch die Zucht mit erkrankten Individuen und der Einstellung mancher Züchter, dass das unwichtig sei. In den meisten Fällen ist die Beeinträchtigung der Sehkraft unbedeutend, auch wenn große Kolombome zu einer Überempfindlichkeit gegenüber hellem Licht führen können. Iriskolobome sollten bei der ersten Augenuntersuchung des Hundes entdeckt werden. Bei erweiterten Pupillen jedoch werden kleine Kolombome manchmal übersehen.

(7) Allergien. Eine beträchtliche Anzahl von Aussie-Besitzern klagen über Allergien bei ihren Hunden. Zu einem gewissen Grad mag das auf die beträchtliche Aufmerksamkeit zurück zu führen sein, die Allergien in den Massenmedien genießen, und die Besitzer zur Selbstdiagnose (und manchmal auch Behandlung) von Problemen verleitet, die womöglich gar keine Allergien sind. Trotzdem gibt es in der tierärztlichen Datensammlung eine ausreichend große Zahl von Hunden, bei denen Allergien diagnostiziert wurden, dass es offensichtlich ist, dass Züchter diesem speziellen Gesundheitsproblem mehr Aufmerksamkeit widmen müssen. Allergien haben wahrscheinlich eine genetische Disposition, aber Umweltfaktoren spielen eine größere Rolle bei ihrer Entwicklung.

(8) Krebs war in Armstrongs Studie zur Langlebigkeit von Rassen die am häufigsten festgestellte natürliche Todesursache. Die Daten von Hunden vergangener Jahrzehnte zeigten, dass die meisten Todesfälle durch Krebs bei älteren Hunden vorkamen. Allerdings gibt es einen historischen Trend zu Krebstod in jüngerem Alter. Der Autorin ist nicht bekannt, dass eine bestimmte Krebsart vorherrscht gegenüber anderen. Eine rassespezifische Krebsumfrage wäre sehr angebracht.

 

 

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